In the Spotlight: Mybugbar
TL;DR: Zwei Gründer, eine Idee und am Ende kommt dabei ein leckeres nachhaltiges Produkt heraus.
The Mybugbar Vorteilspack
Die Top-Produkte von Mybugbar: drei Sorten Proteinpulver mit Buffalowürmer

Es ist immer nett, mit den Jungs von Mybugbar zu schnacken! Daher freut es uns umso mehr, euch daran digital teilhaben zu lassen. Wir haben die zwei Gründer Finn und Kai von Mybugbar telefonisch zu einem Interview getroffen und stellen sie euch heute in unsere “in the Spotlight” Serie vor. Und eine Prämiere gibt es auch noch auf Allsect.com, da dies unser erster deutscher Artikel ist!

Also Bühne frei für Mybugbar!

Allsect: Ihr habt Mybugbar 2019 gegründet und seid schon ziemlich weit gekommen. Nimmt uns doch einmal mit und sagt uns, wer hinter Mybugbar steckt!

Finn: Wir sind Kai und Finn und gemeinsam haben wir die Firma Entorganics vor einem Jahr gegründet, wobei Mybugbar unsere Fitness-Marke. ist Bis April sind wir noch zur Schule gegangen und haben dementsprechende Entorganics in unserer Schulzeit gegründet. 

Wir haben uns schon immer für das Thema Nachhaltigkeit interessiert, vor allem auch, weil wir aus Erkelenz kommen. In unserer Heimatstadt wurde der Tagebau ausgeweitet und wir haben uns dafür eingesetzt, diesen hier vor unsere Haustüre einzudämmen. Hierzu waren wir viel auf Demos und schon immer so drauf, dass wir Veränderung und Umdenken hin zum nachhaltigeren Leben wollten.

Also dachten wir, dass man mehr bewegen kann, wenn man z.B. ein Unternehmen wie Entorganics gründet als “nur” zu demonstrieren. Nach einer Reise nach Asien hat sich unsere Idee verfestigt und wir haben Entorganics gegründet.

Allsect: Ihr habt vorher davon gesprochen, dass ihr Entorganics in eurer Schulzeit gegründet habt. Hat die Schule und die Gründung eines Unternehmens zusätzliche Schwierigkeiten oder Herausforderungen mit sich gebracht? Beides gleichzeitig ist doch sicherlich zeitintensiv oder?

Beide: Ja auf jeden Fall! **lachen**

Finn: Das war ziemlich schwierig vor allem war die große Herausforderung, alles am Anfang zum Laufen zu bekommen, sodass es unser Umfeld auch akzeptieren. Unser Eltern selbst waren am Anfang nicht davon überzeugt, dass wir neben der Schule etwas Anderes machen. Außerdem wurden die Noten auch nicht besser in dieser Zeit, genauso wie die Fehlzeiten  **lacht**. Hier hat am Anfang vor allem die Akzeptanz der Lehrer gefehlt. Aber als dann langsam gemerkt wurde, dass das was wir machen, Substanz hat, fing es an, dass wir Unterstützung von allen Seiten bekommen zu haben. Dann war lediglich das Zeitmanagement eine Herausforderung.

Allsect: Eure Schule hat euch dann schlussendlich unterstützt?

Finn: Der Schulleiter hat die Erlaubnis zu gewissen Fehlzeiten erteilt. Die einzelnen Lehrer ging es aber immer noch zu überzeugen.

Allsect: Wie haben eure Freunde reagiert, als ihr erzählt habt, dass ihr ein Unternehmen basierend auf Insekten gegründet habt? Gab es hier ähnliche Ablehnung wie anfänglich in der Schule?

Beide: Ja und Nein.

Finn: Das war schon sehr ähnlich wie in der Schule. Unser Freunde dachten am Anfang, dass wir verrückt geworden sind  **lacht**. Jetzt sind viele unserer Freunde treue Kunden, die regelmäßig bei uns kaufen. Es ist auch ein gutes Zeichen, wenn selbst diese uns unterstützten  **lacht**. In der Schule erinnere ich mich immer gerne an einen Moment: wir waren oft für verschiedene Coachings in Berlin. Um von unserer Heimatstadt nach Berlin zu kommen, haben wir den Zug genutzt. Auf der Rückfahrt von Berlin nach Hause gab es immer eine Verbindung, bei dem der Zug um 00:15 aus Berlin losgefahren ist und ist gegen 07:20 in Erkelenz angekommen ist. Wir sind also auf dem Zug direkt in die Schule gestolpert und waren demnach immer 20 Minuten zu spät zur ersten Stunde **lacht**.

Allsect: Na dass nenne ich mal gelungenes Zeitmanagement! Ihr habt also erfolgreich eure Freunde zum Insekten essen konvertiert, aber wie überzeugt ihr die Anderen Menschen, Insekten zu essen?

Kai: Ein großes Problem, dass wir von Anfang an erkannt haben, ist die Gestalt der Insekten, die an Ungeziefer erinnern kann, was natürlich weniger cool ist. Das zu essen ist natürlich für viele eine Hürde. Wir haben also gemerkt, dass wenn wir Insekten unsichtbar verarbeiten, schon einen großen Teil der Barriere abgeschafft wird. Ansonsten merken wir auch, dass weiterhin viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Fragen wie “Was verarbeitet ihr genau”, “warum sind Insekten gut für die Ernährung und Umwelt” und “wie schmecken Insekten überhaupt” müssen beantwortet werden. 

Allsect: Immer mehr essbare Insektenmarken und -produkte tauchen auf dem deutsche Markt auf. Wie unterscheidet ihr euch von eurer Konkurrenz und was macht Mybugbar einzigartig?

Kai: Zunächst ist es schön, dass es immer mehr Start Ups gibt, die Insekten verarbeiten. Leider sieht man aber auch, dass viele dieser Produkte einen eher geringen Insektenanteil aufweisen. Natürlich sind das Kostengründe, aber 5% Insektenanteil ist im Gegensatz zu unseren Produkten sehr gering. Genau das wollten wir mit Mybugbar anders machen und haben somit 25% Insektenanteil - einer der höchsten überhaupt!

Allsect: Wisst ihr denn, was die rechtliche Gegebenheit ist, um einen Insketenriegeln als solchen betiteln zu dürfen?

Beide: Da gibt es im Moment keine Regel.

Finn: Wir halten uns da an einen Ehrenkodex, der vorgibt, mindestens 10% Insekten zu verarbeiten. Alle Produzenten sagen immer, wie nachhaltig der Insekten-Konsum ist, aber wenn das Produkt nur einen geringen Anteil an Insekten hat, wie stichhaltig ist dann dieses Argument?! Wir versuchen dementsprechend in der Zukunft unseren Anteil an Insekten zu halten und sogar noch zu vergrößern.

Allsect: Bei euch steckt also das drin, was auch draufsteht - Super! 

Allsect: Wir können uns vorstellen, welche Protein-Shakes ihr beide nutzt, aber esst ihr auch regelmäßig Insekten als Teil eurer Mahlzeiten?

Finn: Wir kochen ziemlich viel mit Insekten und haben auch unser Insekten-Mehl, dass wir vor allem zum Brot backen nutzen. Wir haben auch ein Office-Game, wobei der Verlierer für den Anderen kochen darf bzw. muss **lacht**. Die Rezepte hieraus kann man auch online auf der Mybugbar-Webseite finden!

Allsect: Warum dann der Fokus auf Proteinpulver?

Kai: Das hat sich so ergeben.

Finn: Wir haben uns gedacht, dass Proteinpulver ein guter Einstieg in den Markt ist. Somit stellen wir die Qualitäten der Insekten unter Beweis, die vor allem wertvolle Proteine enthalten. Zudem muss man erst eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen und daher ist unsere Zielgruppe der Sportler ein guter Einstieg für uns gewesen.

Allsect: Nun zu meiner letzten Frage an euch: Glaubt ihr, dass in 5 bis 10 Jahren jeder Insektenprotein- anstelle von Molkenprotein-Shakes trinkt?

Beide: **schweigen** 

Kai: Ich denke das ist schwierig einzuschätzen.

Finn: Aber ich hoffe es.

Kai: Natürlich hofft man es, aber es müssen nicht alle Insekten essen. Ein großer Teil der Bevölkerung würde vorerst reichen **lacht**. Viele werden in den nächsten Jahre sicherlich Insekten probiert haben und Einige davon auch täglich.

Allsect: Das würde ich mir auch wünschen! Vielen Dank ihr Beiden für eure Zeit und das nette Gespräch!

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